Unterwegs im Oberpfälzer Wald und an der Waldnaab

 Vom 16.05. – 22.05.2016

Im Oberpfälzer Wald findet sich ein einzigartiges Naturschutzgebiet, das Waldnaabtal. Eine außergewöhnliche Flora und Fauna durchziehen das Tal. Malerische Felsengebilde und 30 bis 50 Meter hohe, sich auftürmende Granitmassen säumen das Flussbett. Bizarre Steinriesen versuchen den Lauf der Waldnaab zu hemmen.

 In dieser herrlichen Umgebung liegt der Püchersreuther Ortsteil Baumgarten mit dem Hotel-Restaurant „Igel“. 24 Wanderfreunde wurden von der Familie Bothner während des Aufenthalts mit vielen Köstlichkeiten verwöhnt.

Nach unserer Ankunft und der Zimmerverteilung wurden wir von dem Hausherrn mit „Häppchen“ empfangen. Danach starten wir zu unserer ersten Wanderung (ca. 8 km). Ab der Hammermühle bei Falkenberg ging es zum Mühlnickelweiher und einer Vielzahl von kleinen Teichen, die wie eine Kette aufgereiht sind.
  
Danach erreichten wir eine Blockhütte mit Biergarten und Wasserschöpfrad an der Waldnaab. Der Weg führte uns durch das Granittal an Felsen vorbei mit Namen wie „Butterfass, Amboss, Flaschenbovist und Sauerbrunnen“. Vorbei am Kammerwagen ging es zurück zur Hammermühle. Nach der Wanderung schmeckte uns der hausgemachte Kuchen und Kaffee besonders gut.





 
Am zweiten Tag fuhren wir in die Knopfstadt Bärnau. Nach einer Führung im Knopfmuseum,  
die für alle sehr interessant war, wanderten wir zum Messberg hoch ins Hochmoorgebiet. Dies liegt direkt an der Grenze zu Tschechien und gehört bereits zum Flussgebiet der Moldau. In diesem Kammmoor findet man besonders seltene Tiere und Pflanzen. Vorbei am Schmuckerhof ging es zum Steinberg hoch. Von dort hatten wir eine herrliche Fernsicht ins „Böhmische“. Der Grenzlandturm von 1912 und die barocke Steinbergkirche waren Stationen auf unserem Rückweg nach Bärnau (ca. 10 km).

Am dritten Tag erwanderten wir das Naturschutzgebiet „Doost“, ein mystisches Naturschauspiel mit bizarren Granitformationen.

Von dem Städtchen Floss gingen wir über Boxdorf hoch zum „Galgen“, einer ehemaligen Richtstätte des „Flosser Amtes“, bevor wir über Ritzlersreuth in den „Doost“ gelangten. Hier im ältesten Naturschutzgebiet der Oberpfalz erwartete uns ein traumhaftes Fleckchen Erde. Rundliche Granitblöcke mit einer Größe bis zu fünf Metern, wie das sagenumwobene „Teufels Butterfass“, liegen im Girnitzbach, einem stellenweise unsichtbaren, aber hörbaren Bachlauf. Vorbei am Gollwitzer Weiher erreichten wir Diepoltsreuth.

Dort stärkten wir uns im Gasthaus „Plödt“ mit einer deftigen Bauernbrotzeit. Auf dem Bockl-Radweg erreichten wir über Gailertsreuth und Niedernfloß unseren Ausgangspunkt Floss (ca. 12 km).

Der vierte Tag stand zur freien Verfügung. Einige fuhren mit den Autos ins Böhmische nach Marienbad. Andere besuchten die Städte Weiden, Tirschenreuth oder Windischeschenbach. Auch im nahe gelegenen Sybillenbad begaben sich einige ins Heilwasser, um ihre Muskeln zu lockern. Ossi machte sich im Alleingang zur großen Steinwaldrunde auf. Wegen des sehr drüben Wetters gab es leider keine Fernsicht, die sich nur bei schönen Wetter anbietet. Am Samstag wiederholte er bei herrlichem Wetter die Tour noch einmal, dieses Mal mit einer tollen Fernsicht.

Am fünften Tag begaben wir uns auf die große Waldnaabrunde (15 km). Mit dem Auto fuhren wir von Windischeschenbach bis zum Park- platz am Exerzitienhaus Johannis- thal. Entlang der Waldnaab ge- langten wir wieder in ein herrliches Naturschutzgebiet. Dort wo der Frombach in die Waldnaab mündet, stießen wir auf die „Gletscher- mühle“. Das Wasser formt und höhlt hier Steine in verschiedenen Größen in jahrtausendelanger Arbeit aus. Weiter flussaufwärts kamen wir an einer gewaltig aufgetürmten Fels- formation in der Waldnaab, dem „Tischstein“ oder der Burgruine „Alt- Neuhaus“ aus dem 12. Jahrhundert vorbei. Über einen Holzsteg erreichten wir wieder die Blockhütte, an der wir bereits am Montag vorbeigewandert sind. Im Biergarten legten wir eine längere Rast ein. Gut gestärkt nahmen wir für den Rückweg den „Uferpfad“, auf dem wir unter erschwerten Bedingungen wieder nach Johannisthal zurück kehrten. Um 16:00 Uhr besuchten wir in Windischeschenbach das Kommunbrauhaus. Herr Georg Mann erklärte uns was ein echtes „Zoigl“ ist. Der Zoigl ist ein untergäriges Bier, das im Original nur im Oberpfälzer Wald nach alther- gebrachter Weise gebraut wird. Gebraut wird der Zoigl nur in den Kommunbrauhäusern in Eslam, Falkenberg, Mitterteich, Neuhaus und Windischeschenbach. Das Zoiglbraurecht von Windischeschenbach geht bis in das Jahr 1455 zurück, das von Neuhaus sogar bis 1415. Der Zoiglstern zeigt heute noch wo frisches Bier gezapft wird. Wir fanden diesen Stern am „Schlosshof“ und natürlich ließen wir uns das süffige „Zoigl“-Bier schmecken. Ein wahrer Genuss!



Die geplante Wanderung am Samstag sollte uns ins Felsenlabyrinth und zur großen und kleinen Teufelsküche führen. Der überwiegende Teil der Wanderer entschied sich jedoch für eine kürzere Tour und so marschierten wir zur Tirschenreuther „Teichpfanne“. Sie ist eines der größten zusammenhängenden Teichgebiete der Bundesrepublik Deutschland. Der Landkreis Tirschenreuth ist wortwörtlich das Land der tausend Teiche. Heute gibt es wieder ca. 4000 Teiche im gesamten Landkreis, die auch wirtschaftlich genutzt werden. Vom Wanderparkplatz ging es zuerst durch ein Naturschutz-gebiet in den Wald hinein bis wir das große Teichgebiet erreicht hatten. Wir wanderten auf den Teichdämmen vorbei an Fischer- hütten und Schwänen im Wasser bis zur sogenannten „Himmelsleiter“. Ein im Jahr 2012 erbautes Bauwerk aus Stahl mit 70 m Länge und 20 m Höhe. Eine atemberaubende Aussicht! Über das Bauwerk selbst. Kann man streiten! Nach 6 km Wanderung kamen wir wieder am Wanderparkplatz an. Anschließend besuchten wir die Stadt Tirschenreuth. Dort fand gerade das Stadtfest statt. Im Korb der Feuerwehrleiter konnten wir noch einen Blick über die Stadt und das Umland genießen. Ein großer Eisbecher schloss diese schöne Wanderwoche ab.




Ohne einen Tropfen Regen und täglich steigenden Temperaturen erlebten wir eine wunderbare unfallfreie Wanderwoche. Am Sonntag ging es wieder zurück nach Feuchtwangen.


Gerlinde Beckler

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